Meine Jakobswege

 

Vorwort

Ich weiß nicht genau, wann ich mich entschlossen habe, einmal den Jakobsweg nach Santiago de Compostela zu gehen. Ein solcher Entschluss reift langsam. Vielleicht begann es schon vor ein paar Jahren, als Gerda und ich zusammen mit Käthe und Günter im Rahmen einer Flug-/Busreise durch Galicien in Santiago waren. Damals sah ich zum ersten Mal die Pilger mit ihrer Jakobsmuschel am Rucksack. Irgendwann bekam ich zufällig das Buch von Paulo Coelho „Auf dem Jakobsweg“ in die Hände, begann interessiert alle möglichen Artikel zu lesen, las die Bücher von Carmen Rohrbach (Wandern auf dem Himmelspfad), Tim Moore (Zwei Esel auf dem Jakobsweg) und einige andere, nicht weiter erwähnenswerte. Ich stöberte im Internet, wo viele, sehr persönliche Reiseberichte zu finden sind und sprach schließlich mit Leuten, die den Weg bereits gegangen sind.

Natürlich taucht immer sofort die Frage nach dem „Warum“ auf. Ich hatte mich entschlossen in Frankreich, St-Jean-Pied-de-Port, zu starten. Warum will ich fast 1000 km zu Fuß gehen? Ich konnte und kann heute diese Frage nicht eindeutig beantworten und habe bei vielen Gesprächen mit Mitpilgern niemand getroffen, der das konnte. Bei den Meisten ist es, so glaube ich, eine Suche:

  • die Suche nach Gott
  • die Suche nach dem Sinn des Lebens
  • die Suche nach sich selbst
  • die Suche nach den kulturellen Ursprüngen Europas und damit auch nach den eigenen Wurzeln
  • die Suche nach unverfälschter Natur
  • die Suche nach den eigenen körperlichen Grenzen

Dazu kommt, sich selbst und anderen zu beweisen, dass man einen solchen Weg schafft. Diese Aspekte spielen wohl bei Jedem eine Rolle, wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Der ursprüngliche Grund, nämlich eine Wallfahrt durchzuführen, entfällt sowohl bei mir, als auch bei fast allen Anderen, die ich gesprochen habe.